Gold im Lauf der Jahrmilliarden

Gold! - Kein Metall übt solch eine Faszination auf den Menschen aus wie das glänzende Edelmetall. Seit tausenden von Jahren dient Gold als Schmuck, Tausch- und Zahlungsmittel sowie seit einigen Jahrzehnten als Geldanlage. Zudem ranken sich um das seltene Metall zahlreiche Mythen und Geschichten. In einer dreiteiligen Serie stellen wir Ihnen alles Wissenswerte zu dem begehrten Rohstoff vor. Im ersten Teil klären wir wo der Ursprung des Goldes liegt, was es so besonders macht und wie es der Mensch für sich entdeckt hat.

Nicht irdischen Ursprungs

Es hört sich nahezu unglaublich an: Gold ist älter als die Erde. Wissenschaftler vermuten, dass der Ursprung des Edelmetalls und einiger anderer schwerer Elemente auf eine vor vielen Milliarden Jahren stattgefundene Kollision zweier Neutronensterne zurückzuführen ist. Neutronensterne sind trotz eines geringen Durchmessers von etwa 10 bis 20 km extrem kompakt und massereich – ungefähr doppelt so schwer wie die Sonne. Laut einer Modellrechnung entstehen bei einer Kollision zweier solcher Sterne kurzfristige Temperaturspitzen von bis zu 100 Milliarden Grad Celsius. Dieses kosmische Phänomen ist dafür verantwortlich, dass beispielsweise Elemente wie Gold, Titan und Uran entstehen und in den Weltraum geschleudert werden. Eine so entstandene Staubwolke verdichtete sich im Lauf der Zeit zu einem neuen Planeten – z.B. die Erde – und schloss das Gold ein.

Damit Gold in den oberen Gesteinsschichten der Erde zu finden ist, ist aber noch ein anderer Prozess notwendig. Die im Erdinneren herrschenden hohen Temperaturen erhitzen mancherorts das Grundwasser und lassen es verdampfen. In diesem Wasserdampf sind Goldatome gelöst. Der Dampf kühlt sich in oberen Gesteinsschichten wieder ab und die Goldatome lagern sich ab und kristallisieren. Je nach Menge bilden sich im Laufe von Millionen von Jahren mehr oder weniger große Goldvorkommen.

Besondere Eigenschaften

Gold zählt zu den Schwer- und Edelmetallen. Im Periodensystem ist Gold in der 1. Nebengruppe, auch als Kupfergruppe bekannt, zu finden. Das zugehörige Elementsymbol lautet AU, was sich aus dem lateinischen Begriff für Gold – Aurum – ableitet.

Gold verfügt über einige sehr interessante chemische und physikalische Eigenschaften. So weist das Edelmetall eine hohe Dichte auf, ist sehr weich, hat einen niedrigen Schmelzpunkt (1.064 Grad Celsius) und lässt sich daher gut bearbeiten. Vor allem seine Dehnbarkeit ist einzigartig – Gold kann auf extrem dünne Folien von ca. 100 bis 1.000 Atomlagen ausgerollt werden. Zudem ist es sehr widerstandsfähig, setzt keinen Rost an und wird nicht matt. Selbst Säuren und Laugen können dem Metall kaum etwas anhaben. Lediglich das sogenannte Königswasser, ein Gemisch aus Salz- und Salpetersäure, kann Gold auflösen. Die hohe Beständigkeit sorgt auch dafür, dass nahezu alles bis dato geförderte Gold noch vorhanden ist.

Vom Schmuck bis zur Geldanlage

Gold weckte schon sehr früh in der Menschheitsgeschichte Begehrlichkeiten. Grabfunde in Mesopotamien belegen, dass der seltene Rohstoff bereits 4.600 v. Chr. zu Schmuck verarbeitet wurde. Die alten Ägypter gehörten zu den ersten, die Gold professionell unter Tage abbauten – bereits 2.600 v. Chr. existierten in Nubien Goldminen. Rund 1.500 Jahre später wurde das gelbe Metall in China als Zahlungsmittel verwendet. Die ersten Goldmünzen wurden um 550 v.Chr. unter dem sprichwörtlich reichen lydischen König Krösus geprägt. Von dort breitete sich Gold als Zahlungsmittel über den Mittelmeerraum aus.

Bis heute hat Gold nichts an seiner Faszination verloren. Zwar ist es heutzutage kein offizielles Zahlungsmittel mehr, aber in den letzten Jahrzehnten hat es sich immer mehr als Wertanlage etabliert. Die beliebteste Goldmünze der Welt mit einem Marktanteil von rund 30 % ist derzeit der Krügerrand. Der Name der Münze, welche 1967 zum ersten Mal geprägt wurde, leitet sich aus dem Namen des südafrikanischen Politikers Paul Kruger und der Währung Südafrikas, dem Rand, ab.

Obwohl physisches Gold als Wertanlage nach wie vor gefragt ist, können Anleger heute anhand zahlreicher Anlageprodukte an der Preisentwicklung des Edelmetalls partizipieren. Da aber auch der Goldpreis starken Schwankungen unterliegen kann, sollten Anleger breit diversifizieren und nur einen Teil ihres Vermögens auf diese eine Anlageklasse setzen.