Warum und wie in Gold investieren?

„Nicht alle Eier in einen Korb legen!“ lautet eine der bekanntesten Börsenweisheiten. Das heißt, Anleger sollten nicht ihr gesamtes Vermögen in eine Anlageklasse stecken. Um Risiken zu reduzieren und Kursschwankungen einzelner Anlagen möglicherweise auszugleichen sollte ein Portfolio möglichst breit diversifiziert und verschiedene Anlageklassen, wie z.B. Aktien, Anleihen und Immobilien, beinhalten. Erfahren Sie im dritten Teil unserer Serie über Gold, warum das Edelmetall ebenfalls eine interessante Anlageoption sein kann und wie Sie in das seltene Metall investieren können.


Versicherung statt Spekulation

Am 26. September 2011 stand der Goldpreis so hoch wie noch nie: eine Unze des Metalls kostete damals 1920,65 US-Dollar. Heute notiert der Goldpreis deutlich tiefer, bei rund 1.250 US-Dollar. Dieser vermeintlich niedrige Kurs verlockt natürlich auf steigende Preise zu setzen. Doch ob Gold jemals wieder die alten Höchststände erreicht weiß niemand.


Das Gros der Privatanleger, das keine oder nur sehr wenig Tradingerfahrung hat, sollte nicht der Versuchung verfallen auf kurzfristige Preissteigerungen zu spekulieren. Gold sollte vielmehr als Versicherung gegen Wirtschafts- und Währungskrisen gesehen werden – quasi eine Art Brandschutzversicherung für das Depot. Denn langfristig hat Gold seine Kaufkraft nahezu beibehalten, während andere Währungen aufgrund der Inflation Einbußen machen mussten. Gold ist daher auch am ehesten mit einer Währung zu vergleichen. Experten raten rund 5 % bis 10 % des Vermögens in Gold zu investieren.


Metall oder Papier?

Wer in Gold investieren möchte, steht vor der Qual der Wahl, denn es gibt verschiedene Möglichkeiten an der Preisentwicklung des Edelmetalls zu partizipieren. Die älteste und auch noch heute eine der gängigsten Varianten ist der Kauf von physischem Gold – also Münzen oder Barren. Die Maßeinheit einer Münze oder eines Barren ist in der Regel Unzen, wobei eine Unze 31,1034768 Gramm entspricht. Anleger sollten berücksichtigen, dass je nach Stückelung oder Größe ein Aufschlag auf den Materialwert anfällt. Umso kleiner die Münzen bzw. Barren sind umso größer fällt dieser aus. Wer über genügend Kapital verfügt und Gold langfristig als Wertanlage sieht, fährt mit einem großen Barren günstiger. Wer allerdings Gold als Krisenabsicherung für den Worst Case sieht und notfalls damit bezahlen möchte, sollte über eine kleine Stückelung nachdenken. Der Kauf sollte natürlich über eine Bank oder einen seriösen Goldhändler erfolgen.


Besonders faszinierend bzw. reizvoll ist bei der physischen Goldanlage neben dem Anblick des glänzenden Metalls auch die Möglichkeit das Gold anzufassen und an einem x-beliebigen Ort zu verwahren. Allerdings sollten sich Anleger bewusst sein, dass dies meist auch mit Lagerkosten, wie z.B. den Gebühren für ein Bankschließfach oder den Anschaffungskosten eines Tresors für zu Hause, verbunden ist.


Eine Alternative zur physischen Veranlagung ist der Erwerb von börsengehandelte Produkten wie beispielsweise ETFs (Exchange Traded Funds).  Der Kauf, der Verkauf und vor allem die Lagerung eines solchen Wertpapiers sind meist leichter abzuwickeln bzw. darzustellen als bei Münzen oder Barren. Ein weiterer Vorteil der ETFs ist, dass schon mit sehr kleinen Beträgen investiert werden kann. Allerdings sind je nach Konstruktion nicht alle ETFs mit physischen Gold hinterlegt, d.h. eine mögliche Auslieferung des Anlagebetrags in Gold ist nicht immer  gegeben. Anleger sollten sich zudem über die steuerliche Situation erkundigen, da diese im Vergleich zur Veranlagung in physisches Gold anders sein kann.


Eine interessante Depotbeimischung könnten auch Aktien von Goldminen oder Explorationsgesellschaften sein. Da es für Privatanleger allerdings nur sehr schwer  nachzuvollziehen ist wie ergiebig die einzelnen Goldminen sind und wie hoch die Förderkosten sind – ganz zu schweigen von anderen Einflussfaktoren auf das Geschäftsmodell – sollten sie von Investments in Einzelwerte Abstand nehmen. Attraktiver sind daher meist Index-Zertifikate auf einen Goldminenindex. Wichtig ist allerdings, dass ein Investment in Goldaktien nicht gleichzusetzen ist mit einer Anlage in Gold. Die Aktien können sich deutlich volatiler verhalten als der Goldkurs bzw. sich auch komplett von dessen Entwicklung abkoppeln.


Egal ob physisch oder ETF, ein gewisser Goldanteil sollte aus Diversifikationsgründen in keinem Depot fehlen. Allerdings sollten sich Anleger stets vor Augen führen, dass Gold in erster Linie eine Absicherung gegen schlechte Zeiten ist und ein fallender Goldpreis im Grunde eine gute Nachricht ist.